..wenn Einfach so einfach wäre..

6 Gedanken ★ Hinterlasse einen Gedanken :-)
Heute habe ich das Bedürfnis einfach drauf los zu schreiben. Meine Gedanken Euch mitzuteilen. Es ist sonst niemand hier, den ich damit - nerven - könnte. Ich trau mich schon gar nicht mehr, meinem Umfeld von meinen Gedanken und Ängste zu erzählen. 
Ich lass meinen Gedanken jetzt einfach mal freien lauf und der ein oder andere Satz, könnte - wie so oft - grammatikalisch nicht ganz so richtig sein :-) 


Ein großes Problem beschäftigt mich schon die ganze Woche über. ........


Endlich hätte ich ab sofort einen Therapieplatz und nun passt es zeitlich bei mir nicht. Ein Jahr bin ich zu Hause gewesen und es hat sich nichts getan. Jetzt endlich, nach all dem warten und kämpfen, hätte ich einen Platz ab sofort und kann an den Tagen - die mir der Therapeut - vorschlug nicht! :-( - beruflich klappt es nicht - kann ja schlecht wieder den Dienstplan umwerfen, jetzt wo wir einigermaßen mit klar kommen. Zumal wir fast in der Hauptsaison stecken und da könnte ich wohl so oder so zu keiner Sitzung :-( zumindest nicht tagsüber. 
Auf einen Abendtermin würde ich wohl noch länger warten müssen, aber wäre anscheinend für mich das Beste. Ich hab so lange gewartet, da kommt es jetzt auf die letzen Wochen / Monate auch nicht mehr drauf an.

Immer mehr Gedankengut in meinem schweren Rucksack. 
Kann es nicht einfach mal einfach sein? 
Viele Menschen sagen zu mir - das wird schon - , - mach dir keinen Kopf - , - mach doch einfach - , - lass uns einfach mal raus gehen- .

Dazu hab ich heute auf Facebook ein passendes Zitat von Herrn Bock gefunden:

"Als depressiver Mensch kannst du alles, nur nicht einfach so. Und schon gar nicht immer. Und manchmal gar nicht."


Es kann keiner Nachvollziehen, wie schwer für mich das Wort "Einfach" ist. Glaubt mir wenn ich sage, ich möchte EINFACH ! Aber... es geht nicht.
Ich möchte EINFACH lustig sein. Ich möchte EINFACH mal an alle denken und mich melden. Ich möchte EINFACH mal Party machen. Ich möchte EINFACH so sein wie ich mal war. Ich möchte EINFACH nur ein normales Leben haben. Ich möchte EINFACH dass alles EINFACH ist!

Am meisten macht mir meine dauerhafte Müdigkeit zu schaffen. Die Konzentration leidet sehr darunter ( vllt merkt ihr dass hier an der Rechtschreibung und Grammatik ) und ich hoffe es wirkt sich nicht auf mein Berufsleben aus.

Immer wieder ertappe ich mich, dass ich mir wiedermal zuviel gefallen lasse. Konflikten aus dem Weg gehe und das "Ja" mich davon befreit.

Wo gestern noch die Sonne schien, sind jetzt lauter dunkle Wolken. Das Gewitter in meinem Kopf zieht auf. Statt mich dem Gewitter zu stellen, will ich einfach abwarten, bis es sich verzieht und die Sonne wieder scheint. 
Leider hält mich das Gewitter nächtlich immer wieder wach. Es ist zu laut. Die Blitze zu hell. Chaos. 

Irgenwie fühle ich mich schlecht. Nicht im Sinne von Übelkeit sondern den Menschen gegenüber. Meiner kleinen Familie gegenüber. Zur Zeit ist nichts mehr mit mir anzufangen. Ich kämpfe täglich gegen diese scheiß Müdigkeit an. Bin ich arbeiten, bin ich zwar müde aber ich schaffe es so fit zu bleiben, dass ich meine Arbeit erledigen kann. Auf dem Heimweg erledige ich gleich offene Termine, Einkäufe oder was sonst noch anliegt. Bin ich aber dann zu Hause, übermannt mich diese Müdigkeit und ich bin nur noch eine leere Hülle gefüllt mit Einsamkeit - Ängste - schlechtes Gewissen - wirre Gedanken. Alles wird schwerfällig.
Natürlich stell ich mir dann die Frage - Bin ich einfach nur faul oder warum mach ich das jetzt nicht? - Wieder einmal schiebe ich zu erledigende Dinge vor mich her.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass selbst mein Mann kapituliert hat. :-(
Meinen Kindern möchte ich nicht zumuten, meine Gedanken sich anhören zu müssen. Sie wären vielleicht überfordert. Zumal sie nicht ganz das Wort Depression umsetzen können. Ich hab ihnen zwar erklärt was in meinem Kopf und Körper los sein kann, aber sie verstehen es nicht so, wie ein Erwachsener. Zumal ich bezweifle, dass ein nicht betroffener Erwachsener überhaupt versteht!

Um so mehr sehne ich mich meiner Therapie entgegen. - Natürlich hab ich auch Angst davor - Ein Mensch, der NUR mir in diesem einen Moment zuhören wird. Diesen einen Moment am Tag, den ich so sehr benötige. Einfach einen Moment der nur mir gehört. Ich hab viele Momente die einsam sind ja. Jedoch einen Moment, in dem man mir sein Ohr leiht, mir zuhört und mich ernst nimmt, dieser fehlt.  

Beruflich mach ich mir auch gerade einige Gedanken. So gerne möchte ich mehr arbeiten, meinen eigenen Schreibtisch und Sitzplatz haben. Damit ich endlich hoffentlich das Gefühl bekomme, dort angekommen zu sein. Naja, vielleicht ist es ja endlich bald soweit. Öfters mal nachmittags zu arbeiten gibt mir ein schlechtes Gefühl meinen Kindern gegenüber. Sie kommen zwar erst 16.30 Uhr nach Hause, aber dennoch plagt mich ein schlechtes Gewissen. Keiner zu Hause der sie empfängt. Der sie umarmt. - Merkt ihr, welch vllt. unsinniges Denken ich gerade im Kopf habe , obwohl ich es nicht möchte? - 
Keiner zu Hause der für die nächste Klassenarbeit mit ihnen lernt. Was ist, wenn wirklich mal eine Klassenarbeit ansteht und sie lernen müssen. Abends nach 18.30 Uhr kann sich doch keiner mehr konzentrieren. :-(
Bin ich im Büro, bin ich sehr gerne dort. Komm ich heim, ist alles wie immer. Es ist alles in Ordnung und dennoch kann ich dieses scheiß denken nicht ablegen! Irgendwann wird sich das in der Schule bemerkbar machen?.... hmm.. ja so denke ich... 
Viele sagen, Deine Kinder sind alt genug. Sind sie das mit 13 und 11 ? Man darf nicht vergessen, es sind immer noch Kinder. Besonders in der Pubertät sind wir Eltern gefragt. Oder nicht? Werfen sie mir das irgendwann mal vor?
Wieso kann ich dieses scheiß denken nicht ablegen? Ich möchte es aber - EINFACH- ablegen können.

Ich bin alleine. Ich denke alleine. Keiner versteht mich. Ich bin anders. Ich bin nicht mehr ich.

Jetzt warte ich alleine - einsam - , bis der Sturm - das Gewitter - sich in meinem Kopf gelegt hat und ich die Sonne wieder empfangen kann.

Kommentare:

  1. Hallo, Melanie!

    Dieser Post könnte von mir sein. Ich habe zwar keine Kinder und gehe nicht arbeiten, aber ansonsten kann ich das inhaltlich alles sehr gut nachvollziehen. Mit Depression ist nichts mehr einfach. Mich nervt dieses Wort auch.
    Ich würde dir gerne etwas Aufmunterndes sagen, weiß aber selber, dass das in solchen Phasen sehr schwierig ist. Deshalb wollte ich dir einfach nur dalassen, dass ich dich höre und verstehe.
    Liebe Grüße
    Yvonne

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    1. ich freu mich EINFACH über Dein Kommentar :-)
      Danke!

      Es tut immer wieder gut zu erfahren, dass ihr doch alle im Hintergrund mit liest.

      Es tut gut verstanden zu werden.

      Ich hab schon zu viele Menschen -vergrault-

      Manchmal braucht man gar keine aufmunternden Worte, sondern nur Verständnis und Arme die einem lieb drücken oder ?

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  2. Liebe Melle,
    ich kann Deine Worte ganz und gar nachvollziehen. Gerade fällt es mir schwer Dir etwas Aufmunterndes zu schreiben, denn seit ein paar Tagen läuft es bei mir auch gerade nicht so rund. Aber daran siehst Du vielleicht auch, dass es anderen ähnlich wie Dir geht und Du nicht alleine bist. Dir einen schönen Abend und herzliche KräuterRabeGrüße

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    1. Mein allerliebster KräuterRabe,

      sei ganz lieb umarmt!
      Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft, dass auch Du Dein weiteres Tief überstehen wirst!
      Wir wissen beide, dass dieses Tief vergeht. Ebenso wissen wir beide, dass man innerhalb des Tiefs nicht so recht dran glauben kann :-(

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  3. Mach weiter so mit dem Schreiben! Du bist sehr ehrlich über deine Situation und deine Gedanken, du wirst deinen Weg finden!Viele Liebe Grüße, und ganz viel Kraft!

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    1. Vielen lieben Dank liebe Susanne für Deinen Gedanken an mich :-)

      Ich hab sehr lange überlegt, ob ich wirklich so offen schreiben soll. Beim Schreiben kann ich mir die Last etwas von der Seele nehmen und hoffe gleichzeitig auch, dass mein Umfeld meine Worte erreicht!

      Meine Offenheit soll auch den etwas stilleren Mut zur Offenheit geben. :-)

      Danke und gute Nacht an Dich :-*

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