Wenn die Sonne nur draußen scheint

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"Während die Sonne draußen immer kräftiger scheint, scheint sie in mir unterzugehen."

Zu kurze Nächte zwingen mich am Tag in den Schlaf. Völlig unausgeschlafen, schlapp und emotionslos versuche ich irgendwie aufzustehen. 6.00 Uhr klingelt mein Wecker. Während mein Mann aufsteht und seiner morgendliche Routine nachgeht, fühlt sich mein Körper hingegen so schwer an. Eine Feder gleicht einem Blei auf meinem Körper. Ich will nicht aufstehen. Wieder ein Tag der mir sinnlos erscheint. Ich werde aufstehen, meine Kinder müssen zur Schule. Sie brauchen mich. Dann lege ich mich aber wieder hin! - Die innere Stimme spricht - 

In den Nächten verfolgt mich immer wieder aufs neue mein Autounfall. Zusätzlich träume ich weitere schlimme Dinge, die meine Kinder umbringen. Diese Träume kehren immer wieder. Ich verweigere bereits zu schlafen. Ich will nicht träumen! Um den Tiefschlaf zu vermeiden, geh ich einfach spät - sehr spät - ins Bett. So vermeide ich längere Phasen zu schlafen. Meinem Körper fehlt natürlich der nächtliche Schlaf. Konzentrationsschwäche, Übermüdung und Kraftlosigkeit sind die Folge. Längst hat er sich auf den verkorksten Schlafrhythmus eingestellt.
Solche Symptome gab es vorher schon. Ich benötige aber meine Kraft, um meine Depression zu bekämpfen. Es scheint mir ein endloser Kampf zu sein. Ich möchte einfach nur schlafen. Ich bin so unsagbar müde. - Meine Kinder brauchen mich. Die innere Stimme spricht - ...

Schwerfällig nehme ich all meine Kraft - die ich nicht besitze - zusammen und stehe auf. Ich wandle wie eine lebende Tote durch mein Haus, um den Kids beim morgendlichen Ritual behilflich zu sein. Was bin ich zur Zeit nur für eine miserable Mutter. Sie sehen mit an, wie ich mich im selben Moment wieder auf unser Sofa lege. Versuche aber klaren Verstands zu bleiben um all ihre Worte zu verstehen, Fragen zu beantworten und so zu tun als wäre ich voller Aufmerksamkeit. Leicht reizbar versuche ich dennoch gleichmäßig zu atmen, um nicht bei jeder Kleinigkeit aus der Haut zu fahren. - Die Kinder können nichts für Deinen Zustand, aber hoffentlich sind sie bald beide aus dem Haus - Die innere Stimme spricht - 
7.30 Uhr meine Große verlässt als letzte das Haus. Geschafft. - Welch denken meinerseits - erschreckt mich noch im selben Moment in dem ich es denke und während ich diese Zeilen schreibe - .


 - Wenn du niemanden hast, dem du alles erzählen kannst, lernst du mit der Stille umzugehen. -

Jetzt beginnt diese unsagbare Stille, die manchmal sehr laut in meinen Ohren klingt. Mich überkommt die Müdigkeit. Ich schlafe ein. Freu mich zuvor darüber, schlafen zu können, denn heute steht kein Termin an. Ich könnte mich heute nicht auf einen Termin konzentrieren. So müde bin ich. Am Tag hab ich automatisch kürzere Schlafphasen. Somit vermeide ich auch hier das Träumen.
13.00 Uhr, ich bin wach. Zumindest öffne ich die Augen und bin im selben Moment wieder mal über mich selbst verärgert, den halben Tag verschlafen zu haben.
Ich sollte duschen. Schon beim Gang in mein Bad bin ich mir dessen gar nicht mehr so sicher. Vor mich hinstarrend steh ich im Bad und kann mich nicht entscheiden, welchen Schritt ich als nächstes tun soll. Ich hab überhaupt keine Kraft jetzt zu duschen! Wozu auch. Bin heute nur zu Hause. Schminken könnte ich mich. Mein Wohlbefinden könnte sich bessern. Nein, zuviel arbeit. Zu viele Bewegungen, die mich kraft kosten. Neuer Gedanke - meinen Kaffee trinken -. Gute Idee. 
Mit meiner Tasse Kaffee sitze ich emotionslos auf meinem Sofa. Der Fernseher dudelt vor sich hin. Mich darauf zu konzentrieren fällt mir schwer. 

Diese Stille ist fast unerträglich. Jedoch - irgendwie - genieße ich den Augenblick. Ich müsste noch so vieles erledigen. Meine Wäsche waschen. Aufräumen. Irgendetwas tun, damit ich etwas getan habe. Sonst bin ich zu faul! - Die innere Stimme spricht - Ich kann aber nicht. Mein Körper ist völlig kraftlos. Mein Hirn voller Watte. Benebelt. Unkonzentriert. Nicht fähig auch nur einen Gedanken positiv zu beenden.

Mein Magen knurrt. Stimmt, ich habe heute noch nichts gegessen. Mein Sofa jetzt zu verlassen, pack ich nicht. Ich kann es nicht. Wieder ein grummeln. Ich geh ja gleich. Der Blick zur Uhr verrät mir, seit dem grummeln und jetzt sind 2 Stunden vergangen. Wie kann das sein? Wo ist die Zeit hin? 
Um nicht zu verhungern, raffe ich mich doch noch auf und laufe zum Kühlschrank. Zurück auf dem Sofa stelle ich fest - nichts zu essen gefunden, keine Lust zu essen. - Hab ich heute schon etwas getrunken? Könnte ich mal tun.

Es ist einer dieser Tage, an denen die Sonne nur draußen scheint. Das Leben draußen stattfindet. In mir ist völlige leere. Mein Körper schmerzt. Meine Augen sind benebelt. Ein Tag den ich am liebsten im Bett verbringen würde. Weglaufen vor der Depression. Ein Tag an dem ich  mir wünsche, irgendjemand hält mich fest und befreit mich aus diesem Albtraum. Selbst mein Telefon schweigt. Wieder ein Tag, an dem ich mich von meinem Umfeld abkapsle. Keiner meiner Freunde greifbar ist. 
Ein Tag, an dem ich den Offlineknopf gedrückt habe. Einfach so. Ohne darüber nachzudenken. Ich habe einfach NICHTS getan. Die Sonne lass ich draußen. Sie scheint mir nicht meiner Stimmung angemessen. 

- Das Gefährlichste am allein sein, sind die eigenen Gedanken. -

Kennst Du solche Tage, an denen Deine Gedanken vor sich hin kreisen. Völlig ungeordnet tun sie das. Du völlig erschöpft bist und alles sinnlos erscheint? 



Kommentare:

  1. Es macht mich traurig wenn es Dir so schlecht geht und das Schlimme es gibt kein Patentrezept was helfen könnte. Ich wünsche Dir, dass Du ganz schnell den richtigen Weg für DICH findest. Wenn ich Dir dabei helfen kann, dann tue ich es gerne. Du solltest vielleicht lernen zu akzeptieren, dass es einfach mal Tage gibt an denen man NICHTS tut, dafür gestärkt in den nächsten Tag geht. Es gibt kein FALSCH oder kein RICHTIG, sondern nur etwas was Dir gut tut oder nicht. Hast Du etwas, das nur für Dich ist, das Dir ein gutes Gefühl gibt? So wie bei mir die Kräuter, die Natur. Hör auf Dein Bauchgefühl, es weiß was das Richtige für Dich ist. Ich wünsch Dir einen guten Weg aus dem Teufelskreis. Herzliche Umarmung und morgen einen schönen Feiertag mit Deiner Familie wünscht Dir der KräuterRabe

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    1. Hey mein lieber Kräuter-Rabe :-)

      das Lernen fällt mir noch etwas schwer, aber ich bin dabei! Schön wäre ein Patentrezept. Jede Depression verläuft anders. Jedes Tief verläuft bei mir anders. Die Tage sind nicht alle so schlimm wie hier beschrieben. Heut zB. hab ich mir einen guten Tag geschenkt :-) mich mit den Kids in die Sonne gesetzt. Kraft geschöpft! :-) Tat gut. Diese Woche ist eine gute Woche. Daraus versuche ich mir meine Kraft zu ziehen.

      Manchmal tut mir die Stille wirklich gut. Ich würde gerne in meinem Nähzimmer nähen, aber hierzu fehlt mir irgendwie die Konzentration.

      Ich möchte aber nicht, dass Du traurig bist :-) fühl dich gedrückt !

      kussi

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