Mein Rückzug führt zum Alleinsein

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Alleinsein. Darin bin ich richtig gut geworden. Bin ich ja oft. Soziale Kontakte vernachlässigen, auch wenn ich das gar nicht möchte. Wer will schon mit jemanden zusammen sein, der nur negative Stimmung verbreitet oder am Ende nur rum jammert. - meine innere Stimme spricht -
Will ich mich immer wieder anderen erklären - ausheulen rum jammern- wenn man mich nicht bzw. die Krankheit nicht versteht? - Nein! -

Am traurigsten macht mich die Erkenntnis, dass genau die Menschen, die mir so Nahe standen, mir am meisten Schmerzen bereiten. Die letzten Strohhalme an die ich mich geklammert habe, gehen unter. ...
Dieses Gefühl alleine zu sein, ist schrecklich. Es gleicht der Isolation. Ich war immer für andere da. Ganz gleich wann, wie und wo. Ich war da. Ich war präsent. Hab mich gekümmert. Meine Hand gereicht. Immer nachgefragt. Mich gemeldet. Jetzt hab ich zur Zeit die Kraft nicht mehr und bin alleine. 
Warum ? - wüsste ich auch gerne - Es ist einfacher, Menschen fallen zu lassen, statt sie aufzufangen. Es gibt bei uns ein Sprichwort: " Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht " So ist das auch mit gesunden Menschen. Sie kennen die Krankheit Depression nicht, also ist es einfacher sich davon zu entfernen, statt die Segel zu setzen und mit zu segeln. 
Als ich angefangen habe, mich um mich zu kümmern, kamen sofort aussagen wie - du bist egoistisch geworden, du kümmerst dich nur um dich - JA ganz genau. ICH bin an der Reihe. Ich lebe im Moment nach meinen Regeln, wie ich möchte. Es ist auch mein Leben! Doch akzeptiert das jemand? - Teilweise -  
Sätze wie: " Schau dass Du ne Therapie bekommst " oder " Jo das wird schon " " ah, aha, ja versteh ich " " oh die soll nicht so nerven und rum heulen " " die geht mir auf die Nerven mit ihrem Selbstmitleid " kann ich nicht mehr hören und tun mir teilweise wirklich weh. Es sind Sätze von denen man keine Ahnung hat. Sätze die ungerecht sind und so in keinster Weise die Depression widerspiegeln. 
" Was man nicht selbst erlebt hat, fühlt man nicht " Dazu fehlt das Verständnis.

Ein Therapieplatz fällt einem nicht vom Himmel. Die Suche nach diesem Platz ist schon schwierig. Das ist kein Kaffeekränzchen zu dem man einfach mal eingeladen wird, weil es so toll und gemütlich ist.
Therapie bedeutet, man arbeitet an sich. Man lernt sich selbst zu verstehen. Mit seinen Ängsten und Geschehnissen um zu gehen. - Das ist also easy - ?

Es gibt zu wenige Therapeuten und zu viele psychisch kranke Menschen. 
Nicht der erst beste Therapeut ist gleich der richtige Therapeut. Dieser Mensch wird mein Inneres kennen lernen. Um an mir arbeiten zu können, werde ich mich ihm voll und ganz anvertrauen und öffnen müssen. Das ist kein Hausarzt zu dem man sich einfach ins Wartezimmer Montags setzt und wartet bis man aufgerufen wird. Im Sprechzimmer dann seinen Beinbruch zeigt, eingegipst wird und alles heilt von alleine!

Ich hab es so oft anderen recht gemacht, oder bin  Kompromisse eingegangen nur damit es ihnen dabei gut geht oder sie zufrieden sind. - Wie man das im Leben halt so macht - 
Jetzt ist die Zeit gekommen, in der ich - NEIN - sage! Nach meinem Willen und nach meinen Entscheidungen lebe. Es anderen immer recht zu machen, zusehen dass es ihnen gut geht, bedeutet für mich, ich mach Abstriche, treffe Entscheidungen die ich eigentlich gar nicht möchte und am Ende gehe ich wieder daran kaputt. Gewiss ist das Wort - NEIN - mir zu anfangs nicht leicht gefallen. Mir war durchaus bewusst, es kann zu Problemen führen. Was mir nicht bewusst war, dass es genau bei Menschen die mir am Nähsten stehen zu Streit und Ignoranz führt. - Das schmerzt am meisten - Ich bin noch nicht soweit, sie nicht mehr zu vermissen.
Die Konsequenzen aus dieser Entscheidung trage ich bereits. - Mein Umfeld ist sauer auf mich. Bin ja angeblich selbst Schuld daran. Man lässt mich hängen und allein. -
Ich lerne mit dem Alleinsein umzugehen. Bin fast Meister darin. Akzeptiere die Entscheidung der anderen, mich zurück zu lassen. Ich will kein Klotz am Bein sein.
Ich hab mich verändert. Nur warum, fragt keiner. Man sieht nur das Offensichtliche. Mein Inneres ist verborgen und interessiert an dieser Stelle offenbar nicht. Warum mein Wesen sich verändert hat, ist für mein Umfeld nicht interessant. Sie sehen nur, ich bin scheiße geworden.
Dabei bin ich so wie sie geworden. Darüber denkt keiner nach. Ich bin genau wie sie geworden. Hab ihnen den Spiegel aufgehängt. 
Ich kümmere mich um mich! Um mich und um meine Familie. Deswegen bin ich scheiße ? 
Weil ich möchte, dass ich wieder Leben kann? Dass es uns gut geht? Ist man deswegen scheiße ? Ist man darum an allem selbst Schuld? - ich weiß es nicht

Hab ich eine Wahl?  - Nein - Depression kann man nicht wählen. 

 - 11 Dinge die Du über Depressionen wissen sollst -  auch hier steht geschrieben, dass man keine Wahl hat! Aber ich kann wählen an mir zu arbeiten. Es ist kein einfacher Weg, aber das Wort - NEIN - gehört zu diesem Weg.

So hab ich mir mein Leben garantiert nicht vorgestellt. Ich wäre gerne die Person die ich vorher war! Mit allen Höhen und Tiefen. 
Ich kämpfe jeden Tag um diese Person ! Dazu gehört auch, mir selbst am Nähsten zu sein. Mich so zu akzeptieren, wie ich gerade bin. Dies ist noch nicht ganz in meinem Kopf angekommen. Jeder Tag der vergeht, verstehe ich immer mehr, wie alleine ich eigentlich bin. Was die Krankheit mit mir macht.
Sicherlich steht man schlechte Tage mit Mitkämpfern besser und leichter durch, aber es geht auch alleine. Man muss nur an sich glauben. Auch daran arbeite ich gerade.

Irgendwann kann ich sagen, es war nicht immer einfach, aber ich habe es geschafft. 

Und so gehe ich nun meinen eigenen Weg. Ganz gleich wie lange, wie holprig und schwer er wird. Eins ist mir klar: - Ich will wieder Ich sein! -
Es heißt nicht umsonst: Nach dem Regen folgt wieder Sonnenschein. 

Wer im Regen nicht mit mir tanzt, der braucht die Sonnenstrahlen auch nicht mit mir zu genießen!

- Dabei wären Menschen die mir ihre Nähe schenken, die einfach für mich da sind ohne ständig betteln zu müssen, so wertvoll. -


Kommentare:

  1. Hallo Melle,
    gerade fehlt mir Zeit und Kraft Dir ausführlicher zu schreiben. Doch ich wollte Dir sagen, dass ich an Dich denke. Geh Deinen Weg und aus den Steinen, die man Dir in den Weg legt, bau etwas Schönes.
    Dir eine gute Nacht wünscht der KräuterRabe

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    1. Liebe Kathi,
      ich denke auch oft an dich :-) mach dir keinen Kopf. Wenn du nicht schreiben kannst, dann ist das einfach so :-) ich weiß es gibt viele die meine Sätze hier kommentarlos lesen :-)
      Dennoch freut es mich immer, von dir zu lesen *g*
      Ich versuche die Steine erfolgreich zu nutzen !

      Hoffe dir geht es dennoch gut. Wünsche dir ein tolles Wochenende.

      Kussi Melle

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    2. Danke Melle für Deine lieben Worte auch wenn ich nicht Kathi bin :-)
      Auch Dir ein wundervolles Wochenende mit ganz vielen Glücksmomenten die bleiben und Dich stärken.
      Alles Liebe

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    3. Sorry Kräuter-Rabe das war keine Absicht. - wegen Kathi -
      Ich meinte aber dich :-)

      schönes Weekend

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  2. Oh man.. Leute bemitleiden ist echt nicht mein Ding, aber Du schreist ja schon nach Hilfe, tust mir wirklich Leid.
    Ich kenne Menschen, die an starken Depressionen leiden und genau diese Menschen benötigen die meiste Zuneigung, Aufmerksamkeit und vor allem jemand, der denjenigen den Rücken stärkt und BLEIBT!
    Eine Person, die mir sehr Nahe steht hatte starke Depressionen, die mittlerweile aber so gut wie verschwunden sind, dank der richtigen "Pflege", sage ich mal.

    Fühl Dich gedrückt, herzlichst,
    Melissa

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    1. Liebe Melissa,

      ich bin gar nicht aus auf Mitleid. Im Gegenteil. - Dein erster Satz kam zu erst negativ bei mir an und ich hoffe er ist so nicht gemeint -
      Ich möchte lediglich akzeptiert werden in meiner jetzigen Situation. Mitleid bringt mich nicht voran.

      Es ist so wie Du sagst - jemand der mir den Rücken stärkt und BLEIBT, Zuneigung, Aufmerksamkeit und die richtige "Pflege" - würde es erträglicher machen und viel Kraft geben.

      Wahrscheinlich warst du eine Stütze für die dir nahe stehende Person. :-)

      Hab mich sehr über Deinen Gedanken gefreut
      ich drück dich herzlichst zurück
      lächelnde Grüsse Melle

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