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Mein schwarzer Hund

11 Gedanken ★ Hinterlasse einen Gedanken :-)

..und dann sitzt Du da und fragst Dich wie es weiter gehen soll. Einfach so. Gestern war doch alles noch ok! War es das wirklich? - keine Ahnung. Was hab ich eigentlich für ein Problem? - keine Ahnung. 
Ich war doch die letzten Tage fit. Ich konnte sogar lachen. Doch heute.. was ist passiert? - keine Ahnung. Ich befinde mich in einer Hülle. Eine dunkle leere Hülle. Antriebslos. 
Da will ich leben und kann nicht. Es ist mir nicht möglich. 
Niemand da, der dies versteht, außer mein dienstagvormittags Termin. Mein Therapeut. Der einzige Mensch der zur Zeit zuhört und mich versteht.

Er hört nicht nur wie andere zu um zu Antworten, sondern um zu verstehen.

Er ist zur Zeit mein einziger Wegweiser!
Er weis, dass die Depression mich nicht ausmacht. Das ich viel mehr bin! Genau dies haben andere Menschen um mich herum bereits vergessen. Sie sehen nur den Menschen, der ich zur Zeit bin und nicht wie ich einmal war.
Darum versteh ich meine Isolation nicht wirklich. Sie wissen doch, dass ich anders sein kann. 
Ich hab mir die Depression nicht ausgesucht - sie hat mich ausgesucht. Ich würde sie gerne einfach so abschütteln, aber genau das geht ja nicht. Einfach mal so! Nichts geht - einfach mal so - ! Egal was andere denken. Es gibt Tage da kann ich nicht einfach mal so aufstehen. Da ist selbst duschen oder sogar das anziehen sehr Kräfte zehrend. Keiner kann das nachvollziehen. 
Am schlimmsten ist dann auch noch die Konzentration auf der Arbeit. Wenn man Texte 3 mal durchliest und nicht wirklich versteht, was man gerade geschrieben hat. Eigentlich weis ich dann ganz genau was ich schreiben und wie ich mich ausdrücken will, aber die Unsicherheit siegt.

Gestern noch voller Euphorie und heute sag ich Termine ab. Statt Zuspruch bekam ich folgendes bereits zu hören:" ..ich bin es leid immer deine Absagen und Neins zu hören.." Das hat mich sehr verletzt und sprachlos gemacht. Jetzt ist mir klar, dass auch diese Person nie verstehen wird, warum ich so bin. Ich selbst weis es nicht mal! Oft gibt es keinen einzigen Grund, aber es ist dann einfach so! 
Während ich diesen Post schreibe, kullern mir Tränen. Es ist sehr hart mit der Isolation und Einsamkeit klar kommen zu müssen. Wenn nicht mal eine einzige Person dich am Tag fragt, " Hey wie gehts dir. Ich komm jetzt einfach vorbei und bin da! "
So einfach wäre es, für mich etwas zu tun. Da sein ! Einfach da sein.


Bin mir sicher, so geht es noch mehr Betroffenen oder? Wünscht Ihr Euch jemand der einfach da ist, obwohl ihr doch irgendwie die Isolation genießt? 

Diesen Widerspruch kapiere ich oft selbst nicht.

Ich möchte JEDEM da drausen mit Depressionen konfrontieren. Einfach um wahrgenommen zu werden. Keiner der mich sieht, wird mir die Depression ansehen. Aber sie ist da. Mehr denn je. 

Mein schwarzer Hund ist jeden Tag präsent!

Hier ein Video, welches ich ALLEN Menschen um mich herum und Euch da draußen am liebsten täglich zeigen möchte. - Nur, damit sie verstehen - 

(P.S.:diesen Text hab ich einfach so niedergeschrieben, ohne Rechtschreibung und Grammatik zu prüfen - dazu fühl ich mich gerade nicht in der Lage, sorry)
.



Ich empfehle jedem Betroffenen sich die Bücher zum Thema - schwarzer Hund - zu kaufen. 
Ebenso sollten sich diese Bücher Menschen zulegen, die mit Menschen zusammen leben die Depressionen haben:


Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte


Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren.


Der schwarze Hund. Wie man Depressionen überwindet und Angehörige und Freunde dabei helfen können




Wie ist es mit Euch? Seit ihr alleine oder habt ihr einen Fels? 


Kommentare:

  1. oh wo ist der Gedanke hin? Heute abend erhielt ich eine Mail, dass jemand Anonym mir einen Gedanken hinterlassen hat... nun ist er wohl doch gelöscht?

    Falls Du das liest: Lass uns gemeinsam die schwarzen Hunde in den Griff bekommen. Danke Dir für Deine Worte, denn ich konnte in der Email Deinen persönlichen Gedanken an mich noch lesen.
    Hoffe Du kommst wieder :-)

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  2. Ich schicke dir eine Umarmung! <3
    Ich verstehe genau von dem was du da schreibst. Mir geht es im Moment auch nicht gut & wenn meine Kinder nicht da sind bin ich nur am schlafen, obwohl ich die Zeit so gut mit meinen Mann verbringen könnte. Vor einigen Wochen hatte ich noch die Kraft für alles, für die Wohnung, für Freunde & vorallem für mich. Aber jetzt will ich nur schlafen. Ich kann mich nur für die Kinder hochraffen & funktionieren. Ich frage mich wo nur meine Kraft hin ist, wer hat sie mir genommen & wann kommt sie zurück?

    Lg Nicky

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    1. Liebste Nicky :-)
      ich umarme Dich ganz fest zurück. Schön wieder von Dir zu lesen !

      Ich kann Dir so gut nachfühlen. An einem Tag ist man so voller Elan und dann.. zack.. die Energie ist erloschen und man kann einfach nichts tun! Wo immer dann die Energie hin ist. Aber sie kommt wieder. Ganz sicher. Sie macht einfach nur auch einmal eine Pause und die solltest du annehmen. Die dunklen Tage zulassen. Jedenfalls ist es bei mir so. Wenn ich mich dagegen wehre, kostet es mich noch mehr Kraft.
      Natürlich schäme ich mich sehr dafür, wenn ich faul rumliege und wieder der Haushalt Kopf steht oder es wieder mal nichts frisches zum essen gibt.
      Dann fühle ich mich noch schlechter! Meinem Mann gegenüber und erst recht meinen Kids!

      Aktuell sitze ich auf meinem Sofa und müsste eigentlich anfangen zu kochen. Ich werde mich auch noch dazu zwingen, sonst gibt es wieder nichts richtiges zum Essen.

      Ich weiß aber, die Zeit wird vergehen und ich kann die hellen Tage um so mehr genießen!!

      Sicherlich wird es bei Dir auch so sein !!! Gönn dir diese Pause und nimm sie an!

      Drückt dich der Schuh, dann schreib mir hier oder per Mail oder in Facebook.. ganz egal.. melde dich :-)

      KUSSI !

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  3. wow! das hat mich irgendwie getroffen und ehrlich gesagt, finde ich mich sogar in dem Text wieder. ich verbringe zur Zeit einige Monate in Neuseeland und man könne meinen ich hätte 24/7 spaß und alles wäre toll, aber oft fühle ich mich genau so, es ist als würdest du mir aus der Seele schreiben und irgendwie hats gut getan das zu lesen. Ich habe keine Depressionen, aber ich glaube selbst gesunde Menschen können sich manchmal so fühlen.

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    1. Hallo Nathalie,
      danke für Deinen persönlichen Gedanken :-) Willkommen hier :-)

      Ich freue mich immer sehr, wenn sich Leser in meinen Texten wieder finden! Um so mehr freue ich mich, wenn es Leser wie Du sind, die nicht direkt mit Depressionen betroffen sind.
      Natürlich geht es auch gesunden Menschen mal so. Jetzt stell Dir vor, es geht Dir viele male so, oder gar täglich....

      Ich hoffe und wünsche Dir, dass es wirklich bei Dir nur *mal* so ist und Du nicht am Anfang einer Depression stehst. Denn oft kommt die Depression schleichend und man will sie erst nicht wahr haben. Denkt man ist halt einfach mal erschöpft oder faul. .... und urplötzlich..zack.. eher man es bemerkt... ist es täglich so!

      Neuseeland ist bestimmt toll? Da möchte ich auch mal gerne hin

      Drück Dich !

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  4. Ich danke dir für deine Offenheit! Mein schwarzer Hund hängt zur Zeit an mir fest. Ich habe noch keine Kraft gehabt ihn abzuschütteln. Auch ich bin sehr alleine und viele haben sich von mir entfernt.
    In so vielen Zeilen finde ich mich wieder.

    danke für so viel Offenheit, wirklich Respekt!

    liebe Grüße
    Renate

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    1. Hallo Renate,

      es tut mir sehr leid, dass du auch einen solchen schwarzen Hund hast. Am leichtesten erträgt er sich mit Akzeptanz :-)
      Ich schwer wenn man sich alleine durchkämpfen muss , kenn ich zu gut !

      Ich wünsche Dir alles Gute und dass du deinen schwarzen Hund akzeptieren lernst und mit ihm umzugehen!

      sei lieb umarmt

      Melle

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  5. Ein Text, den eigentlich alle mal lesen sollten. Schlimm, wie stigmatisiert Menschen mit Depressionen noch immer werden. Als ob man sich so etwas Schlimmes aussuchen würde! Oft kann ich ab der Verständnislosigkeit gewisser Leute einfach nur den Kopf schütteln.

    Ich selbst habe zwar keine "reine" Depression, aber eine Angststörung, die teilweise depressive Züge kennt. Und ich denke, damit kann ich mich fast noch glücklich schätzen :/

    Ich hoffe für dich, dass es doch noch Leute in deiner Umgebung gibt, die für dich da sind und auch den schwarzen Hund akzeptieren. Die Bücher haben wir bei uns im Geschäft an Lager und finde sie wirklich gut gemacht.

    Liebste Grüsse
    Jari

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    1. Hallo liebe Jari,

      wie recht du mit der Stigmatisierung hast!
      Ich kämpfe auch privat nicht mehr um Verständnis und Akzeptanz. Dessen bin ich zu müde ! Ich brauche alle Kraft für mich.
      Mein Blog und ihr stärkt mich immer. Jeder einzelne von Euch. :-)
      Ich habe mir vorgenommen, wer jetzt nicht mehr in meinem Leben ist, der braucht später auch nicht mehr an meiner Seite zu sein.
      Irgendwann bekomme ich den schwarzen Hund klein und dann braucht keiner mehr ankommen.

      Die Bücher lege ich mir auf jeden Fall zu.

      herzliche Grüsse
      Melle

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  6. Hallo,
    Ich wünsch dir von herzen alle kraft und hoffe das deine Kinder dir wieder hoch helfen. Ich hoffe das du den schwarzen Hund klein bekommst, aber niemals alleine. Nimm dir deine emgsten freunde, deinen therapeut, deine kinder und deinen Mann zur Seite und seit GEMEINSAM stark, denn nicht nur für dich ist der schwarze hund eine riesen Last sondern auch für die Personen die ich oben aufgezählt habe. Und wenn du sie herzlich darum bittest, dann werden sie dir bei stehen. Und vorallem deine Kinder und denk niemals das sie zu Jung seien, sie wissen mehr als du denkst und verkraften mehr als du denkst. Du verletzt sie mit den Worten 'du verstehst das nicht' oder so mehr als wenn du mit ihnen offen drüber redest und auch mal wenn es dir schlecht geht sje um hilfe und rat bittest.

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    1. Hallo Anonym,

      zur Zeit ist es sehr schwer, den schwarzen Hund klein zu bekommen :-( da vieles auf mich niederprasselt.
      Meine Kinder liegen mir immer sehr am Herzen, doch manchmal ist es schwer die Nähe zu zulassen.

      Ich habe meine Kinder immer mit dieser Krankheit konfrontiert und versucht, sie dafür zu sensibilisieren.
      Glaube nicht, jemals deswegen zu ihnen gesagt zu haben - das verstehst du nicht - im Gegenteil, ich benötige öfters Hilfe und Verständnis. :-)

      Danke für Deinen persönlichen Gedanken.

      weihnachtliche Grüsse
      Melle :-*

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