Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von Irgendwo ein Lichtlein her - Teil 2

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Wie die Zeit vergeht. So schnell, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich Teil 2 von Türöffner und  Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr..... noch nicht veröffentlicht habe.

Mein 2. Lichtlein ist vor Wochen dieses eine verlockende Jobangebot gewesen.
Eigentlich war es meine - Freundin - das 2. helle Lichtlein! 
Sie arbeitet in dieser Firma.
Sie schwärmt immer regelrecht von dieser Arbeit. 
- Wie gerne sie arbeiten geht, 
- wie toll das Klima dort ist, 
- wie lieb alle sind, - Betriebsklima super - 
- wie menschlich die Chefs sind. 

Naja, dachte ich. Erzählen kann sie mir ja viel. Nur weil es ihr so super gefällt, muss das nicht auch bei mir so sein.



Ich bin voller Unsicherheit gewesen. Soll ich, soll ich nicht. Natürlich hab ich mir auch Rat bei meinem Hausarzt geholt. Er befürwortete meinen Schritt, den ich gehen will.


Negative Gedanken sind wieder einmal einer meiner ständigen Begleiter. 
Ich bin überhaupt nicht bereit zum Arbeiten. 
Mein Gehirn ist tot. 
Wie soll ich denken und mich konzentrieren?
- das alles kann nicht funktionieren - Immer wieder ging ich gedanklich sämtliche Gründe durch, warum es nicht klappen kann. Diesem Druck kann ich nicht standhalten. Arbeiten oder im November Harz 4. 
Heute Frage ich mich, warum.. warum hab ich nicht gleich positiv gedacht. Wieso immer diese blöden negativen Gedanken. Szenarien sich auszumalen, warum etwas nicht funktionieren kann - darin bin ich mittlerweile Meister - 
Letzten Endes haben Zusprüche weniger Menschen - die ich immer noch sehr schätze - dazu geführt, dass ich zum Vorstellungsgespräch ging. 
Für mich ist der Weg dorthin gewiss nicht einfach gewesen. Ich hab mich alleine, unsicher und hilflos gefühlt. Von meiner Nervosität reden wir mal erst gar nicht. - Kotzen - sorry - Mich zu übergeben wäre jetzt gut - Nur einer von vielen Gedanken.
In mir ist aber gleichzeitig das Gefühl von Ehrgeiz geweckt worden. - kein neues Gefühl, aber es ist lange verschwunden gewesen -
Endlich eine Chance für mich, ICH zu sein. ICH will plötzlich unbedingt überzeugen. Dessen wurde ich mir dann sehr sicher.  - Ich will! -

Das Vorstellungsgespräch ist wirklich super verlaufen. Ich bin plötzlich so locker wie schon lange nicht mehr. Es hat mir gut getan. - Normal zu sein  - so lange ist diese Normalität in mir verschwunden gewesen. Die Frau, die mit mir das Gespräch geführt hat, hat mir ein richtig gutes Gefühl gegeben. Sie wirkte sehr menschlich, locker und irgendwie passte sofort die Sympathie.

 - Sie haben den Job - 

Eine Woche später hab ich den herbeigesehnten Anruf erhalten.
ICH habe etwas nach so langer Zeit erreicht! Ich bin plötzlich so stolz auf mich.
Natürlich sind auch hier nochmal Zweifel aufgekommen. Schaff ich es, auch finanziell?
Ein Aushilfe - Job ist nicht gerade das was ich will und was uns zusätzlich zum Leben reicht.
Jedoch allemal besser, als zum Amt zu gehen. 

Über meinen ersten Arbeitstag hab ich bereits berichtet. 
Es sind nun mehr als 6 Wochen vergangen und ich kann euch sagen, meine Freundin hat nicht übertrieben.
Mittlerweile bin ich mit allen per Du - außer mit den beiden Chefs - 
Wir sind ein recht junges, harmonisches und dynamisches Team. Meine Arbeitskollegen/innen haben mich bereits sehr integriert und ich habe Chancen meine Stunden zu erhöhen.

Es läuft im Job. Ich kann mich konzentrieren, zwar brauch ich manchmal die ein oder andere Minute länger als früher, aber es wird. Ich bin auf dem besten Weg im Job wieder die zu werden, die ich einmal war. :-)

Es sind alle wirklich nett. 
In meiner zweiten Woche, oder war es die dritte... hm.. egal, jedenfalls kurz nach dem ich angefangen hatte, sind meine Töchter krank geworden. Wespenstich im Fuß und die andere hatte eine Mücke in die Lippe gestochen. Der Wespenstich mutierte zu einem Klumpfuß und Blutvergiftung. 
Klasse, kaum arbeite ich, Kinder krank. Welch toller Eindruck - dachte ich
Jedoch sind mir alle mit Verständnis begegnet und forderten mich sogar auf, daheim zu bleiben. 

Letzte Woche hat mich einer meiner Chefs sehr gelobt. Er zauberte mir ein lächeln ins Gesicht. 
Ich hätte mich in der kurzen Zeit sehr in die Materie versetzen können und würde gute Arbeit leisten.

Ihr lieben, ihr glaubt nicht wie stolz mich das macht. 
Solange hat mich keiner mehr gelobt. Es ist ein so gutes Gefühl. 

Ich kann jetzt natürlich nur von mir sprechen, aber wenn jemand Zweifel hat, ob er trotz Depressionen arbeiten gehen soll, kann ich ihn wirklich nur dazu auffordern, es zu versuchen.
Diese Regelmäßigkeit hilft mir im hier und jetzt sehr. Ich bin nicht mehr unsichtbar. Ich habe eine Aufgabe. Ich werde gebraucht. Tolles Gefühl.
Natürlich hatte bzw. habe ich große Angst es nicht zu schaffen. Als Aushilfe hab ich keinerlei Ansprüche im Krankheitsfall auf Lohnfortzahlung. Unzählige negative Gedanken. 
Jetzt weiß ich aber, ich kann mehr erreichen. Die Tür ist offen!

- Es kann Dir jemand die Tür öffnen, aber hindurchgehen musst Du selbst. -

Ich bin stolz auf mich, durch diese Tür gegangen zu sein.
Mein Leben hat einen Hebel umgelegt, es ruckelte kurz und ich fahre in einem anderen Gang weiter. 

Diese Erfahrung hat mich sehr gestärkt. Ich habe etwas erreicht, was ich längst aufgegeben hatte. 

- Ich bin diesem Lichtlein unendlich dankbar. Es öffnete mir die Tür und ich ging durch -

Kommentare:

  1. Hallo Melle,
    ich finde es richtig klasse, wie du gerade Schritt für Schritt in DEINEM Leben vorangehst! Du siehst all die kleinen Erfolge - sei es wegen der Arbeit oder auch Therapie. Fühlt sich gut an, oder? Genau dieses Gefühl solltest du festhalten für schwierigere Zeiten, damit du deine Erfolge nicht aus den Augen verlierst! Ganz viel Kraft weiterhin!
    Annie

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    1. Guten Abend liebe Annie,

      hoffe Dir geht es gut? Diese Woche hab ich bestimmt auch wieder ein Gänseblümchen für Dich :-)

      Es fühlt sich in der Tat gut an. Ich hatte vor nicht all zu langer Zeit schon vergessen wie man etwas fühlt.
      Danke für Deine lieben Worte.
      Ich tanke soviel positives zur Zeit, dass ich manchmal richtig Angst habe mich auszuruhen. Angst davor, dann liegen zu bleiben. Manchmal denk ich, ich träume u kann mit soviel positivem gar nicht umgehen.
      Angst vor lauter Glück wieder zurück zu fallen.
      Ich hoffe durch die anstehende Therapie zu lernen, wie ich mit - sich anbahnenden Tiefs - umgehen kann und sie vielleicht erst gar nicht bleiben.
      Zur Zeit bin ich irgendwie ein Energiebündel. Genau das Gegenteil wie noch vor einigen Wochen. Irgendwie so Ruhe- und Rastlos.

      - sorry, viele "irgendwies" :-) *g

      Kennst du das auch?

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  2. Liebe Melle,
    schön soooooooo viel Positives von Dir zu lesen. Du wirst sehen, Du lernst auch noch mit Deinem "Glück" umzugehen. Klar kann es nicht immer nur Glück geben, aber das hat nichts mit Deinen Depressionen zu tun - das ist das ganz "normale" Leben. Du weißt, dass ich an Dich glaube! DU schaffst das - ganz bestimmt.
    Dir eine gute Woche und schöne Glücksmomente
    wünscht der KräuterRabe

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    1. Guten Abend meine Liebe :-*
      geht es Dir gut?

      ich weiß dass Du an mich glaubst. Dafür Danke ich Dir und tut gut zu wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die in Gedanken bei mir sind.

      Ich möchte mein Glück so sehr genießen und schätzen lernen :-)

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  3. Das hast du toll gemacht!!
    Solche Erfahrungen sind unheimlich wichtig und tun wirklich gut!

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    1. Liebe Nina,
      danke für Deinen Besuch hier und Deinen Gedanken an mich :-)

      Ja diese Erfahrung tut in der Tat sehr gut :-)

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